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Kinder und Jugendliche ohne Ballsport – was passiert?

Bewegungsmangel von Kindern und Jugendlichen verursacht irreparable Schäden

Sport an der frischen Luft ist zwar nach wie vor erlaubt, jedoch darf man dabei maximal zu zweit unterwegs sein. Radfahren, spazieren und joggen sind die Sportarten, auf die sich die meisten Freizeitsportler verlagert haben, nachdem der komplette Vereinssport durch die Schutzmaßnahmen des November-Lockdown von 2020 brach liegt.

„Den Ball flach halten“ ist hier jedoch kein guter Rat, denn während Vereine um ihr Überleben kämpfen, weil Freizeitsportler ihre Mitgliedschaften kündigen und Mitgliedsbeiträge verständlicherweise nicht tragen wollen, mutieren die einst sportbegeisterten Vereinsmitglieder zu Couchpotatoes.
kinder bewegungsmangel
Dass sich Kinder und Jugendlichen inmitten der Corona-Pandemie weniger bewegen ist kein Staatsgeheimnis. Ein stetig ansteigender Medienkonsum, der unter anderem dem Onlineunterricht geschuldet ist, tritt eine Lawine an potenziellen Volkskrankheiten für die Generationen Z und Alpha los.

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Olympischer Sportbund besorgt

Irreparable Schäden im Ball- und Vereinssport könnten die Folgen des aktuellen Lockdowns sein. Die individuelle Bedeutung des Sports für den Einzelnen befindet sich in den aktuellen Krisenzeiten in einem bedenklichen Wandel. Die generelle Lust auf Bewegung sinkt parallel zur Motivation, sich aufzuraffen.

Für viele ist der Vereinssport der nötige Antrieb, sich auch nach Arbeit, Vorlesung oder langem Schultag zu bequemen, gemeinsam mit anderen Freizeitsportlern, die im Training zu Freunden geworden sind, Schulter an Schulter sportliche Leistungen zu vollbringen und überschüssige Energie loszuwerden.
Unzufriedenheit ist die Folge aus faulem Herumliegen auf der Couch. Wer nicht auf seine Gesundheit achtet, läuft Gefahr, durch dauerhafte negative Stimmungen Depressionen und andere psychische Krankheiten zu bekommen.
junge spielt fussball
Die im Januar veröffentlichte Schutzverordnung zur Eindämmung der Pandemie verlängerte die bereits bekannten Einschränkungen für den Vereinssport. Die Tatsache, dass sich unser aller Sportverhalten aufgrund von geschlossener Fitnessstudios und insolvent gehenden Vereinen langfristig verändern muss und wird, findet in der Verordnung keinen Anklang.
Im Frühjahr 2020 wurde klar, dass sogar einzelnen Fußballvereinen der Bundesliga die Pleite droht.
Von den 36 aktiven Vereinen gaben 13, also mehr als ein Drittel an, womöglich Insolvenz anmelden zu müssen.
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Das finanzielle Leid der Sportvereine, die aufgrund der Corona-Pandemie teilweise am Rand des Ruins stehen, wird auch deutlich, wenn man den Stimmen der Ehrenamtlichen zuhört.
Das Vereinsleben und die interne Kontakte fehlen auf ganzer Linie. Kündigungen von Mitgliedschaften werden bergeweise in die Vereinsbriefkästen gespült und verstärken die finanzielle Not der Vereine.

Bewegungsmangel als Auslöser für diverse Krankheitsbilder

Zahlreiche Krankheitsbilder werden durch die Beschränkungen begünstigt. Übergewicht und Adipositas sind in den letzten Jahren vermehrt bei Kindern und Jugendlichen aufgetreten. Die Krankheit ist auf dem Vormarsch und wird die Jugend in Zukunft voraussichtlich noch mehr betreffen.

Die generelle Unlust einer ganzen Generation trägt daran ohnehin einen entscheidenden Schuldanteil, jedoch ist der aktuelle Medienkonsum auf einem nie dagewesenen Hoch. Um rund 45 Prozent ist die durchschnittliche Zeit, die Kinder und Jugendliche vor dem Bildschirm verbringen, gestiegen.
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Das bedeutet, dass ein Großteil der Generationen Z und Alpha rund acht Stunden täglich mit Surfen, Videos schauen, sonstigen sozialen Medien und Onlineunterricht verbringen. Zum Vergleich: Gesundheitsexperten empfehlen zwischen 45 Minuten und einer Stunde Medienzeit am Tag für einen 13-Jährigen. Die Corona-Einschränkungen schüren so das Risiko für zahlreiche Krankheiten.
Immer mehr Freizeitsportler im Jugendalter sind von Bluthochdruck oder Störungen im Fettstoffwechsel betroffen. Krankheitsbilder, die vor einigen Jahrzehnten bei Kindern noch undenkbar gewesen sind, breiten sich durch die Krise aus wie ein Lauffeuer. Der Abbau von Muskulatur ist ein Nebensymptom des aufgegebenen Freizeitsports. Dynamische Muskelanspannungen – Springen, Laufen und Rennen – belasten unsere Knochen und Muskeln.
Je mehr Passivität sich im Alltag von Kindern und Jugendlichen breit macht, umso erheblicher werden die Gesundheitsprobleme im Erwachsenenalter. In Zeiten zunehmender Inaktivität ist es schwierig, durch in den Alltag integrierten Sport feste Knochen aufzubauen. Bewegung ist in jedem Alter wichtig, doch besonders im jungen Jahren wird der Grundstein für ein gesundes, stabiles Knochengerüst gelegt.
Berücksichtigt man die Einheit aus Muskel und Knochen, wird erschreckend klar, wie wichtig die körperliche Aktivität im Kindes- und Jugendalter tatsächlich ist. Hier sollte die Gesundheitspolitik eingreifen und auch in Krisenzeiten Konzepte erarbeiten, mit denen Bewegung möglich gemacht wird.

Corona reisst Lücken in den Alltag von Kindern und Jugendlichen

Wo man sich früher Zeit für Hobbies freischaufelte, um Zeit mit Freunden zu verbringen oder um aktiv zu bleiben, klafft im heutigen Alltag von Kindern und Jugendlichen ein riesiges Loch, das sie mit jenen Dingen füllen, die noch verfügbar sind: zumeist sind es die sozialen Medien. Die verständliche Sorge von Wissenschaftlern ist, dass in Zeiten nach der Pandemie keine Rückverlagerung dieser für die Gesundheit bedenklichen Umstände stattfinden kann, weil sich Kinder und Jugendliche auf die sozialen Medien prägen und in Zeiten der Unsicherheit in die Hände der Portalbetreiber regelrecht abgeschoben werden.

Für die kommenden Generationen fehlt es an vielen Ecken und Enden, vor allem an qualifizierter Betreuung und Freizeitgestaltung, die die Infektionsschutzmaßnahmen einhalten kann.

Es ist bedenklich geworden, selbst einen einzigen Freund zu treffen. Die Ballsportarten, die nur im Team gespielt werden können, bleiben auf der Strecke.

Besonders fehlt das Pflegen von Freundschaften, die nicht über das Internet ablaufen.

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Das Zusammenkommen mit den Teamkameraden der Fußball- oder Handballmannschaft lässt sich auf rein medialer Ebene nicht ermöglichen und ist nicht vergleichbar mit dem physischen Kontakt vor Ort.

Freundschaften zu pflegen ist in Corona-Zeiten nicht nur schwierig, sondern nahezu unmöglich geworden. Die Ballsportart Handball ist – wie andere Sportarten auch – bekannt dafür, das Agieren im Team für Kinder greifbarer zu machen.

Gleichzeitig sinkt auch die Impulskontrolle und Konfliktfähigkeit der Kinder und Jugendlichen. Sie haben kaum Kontakt miteinander, den der Kontakt über die sozialen Medien beschränkt sie auf den spärlichen Austausch kurzer Nachrichten und Bilder.

Aufkommende Konflikte können online kaum effektiv beigelegt werden. Beziehungswissenschaftler sagen klar, dass Konflikte nur von Angesicht zu Angesicht tatsächlich beigelegt und nachhaltig geklärt werden können. Fehlende Mimik macht ein Missverstehen seines Gegenüber einfach und provoziert Schwierigkeiten.

Kinder und Jugendliche müssen erst lernen, ihre eigene Meinung zu kommunizieren. Dass sie dabei um den ein oder anderen Konflikt nicht umhin kommen, ist keineswegs schlimm, sondern vielmehr hilfreich auf ihrem Weg des Erwachsenwerdens.

Mit dem Wegbrechen der sozialen Kontakte sinken jedoch die Möglichkeiten, die eigene Meinung kundzutun und somit auch die Chance, die eigene Konfliktfähigkeit zu schulen.

Demzufolge werden wir es in Zeiten einer neuen Normalität vermehrt mit Jugendlichen zu tun haben, die mit mangelnder Impulskontrolle kämpfen, weil sie in den prägenden Momenten keine Möglichkeit hatten, zu erlernen, wie sie ihre Meinung ausdrücken und sprachlich vermitteln können. Konflikte gewaltfrei zu lösen könnte demnach zunehmend schwierig werden.

Besonders im Ballsport wird der Umgang mit Sieg und Niederlage geschult. Kein Team der Welt kann immer nur gewinnen.

Verlieren und Misserfolge akzeptieren lernen ist keine leichte Aufgabe – weder für den Lernenden noch für den Lehrenden, aber trotz aller Umstände ungemein wichtig für eine gesunde Entwicklung eines Kindes.

Ein stabiles Selbstvertrauen im Hinblick auf die eigenen Fähigkeiten kann nur dann entstehen, wenn ein Kind oder ein Jugendlicher im Laufe seiner Kindheit lernt, dass es nur dann Gewinner geben kann, wenn auch jemand verliert. Und dass Verlieren pauschal nichts Schlechtes bedeutet.

Fazit: Bewegungsmangel zieht weite Kreise

Körperliche und psychische Krankheiten sind die Folge der aktuellen Gesundheitskrise und der aus ihr resultierenden Beschränkungen im sozialen Bereich. Ohne Ballsport im Verein geht der Wettkampfgedanke verloren, der für das Selbstwertgefühl von Kindern und Jugendlichen hinsichtlich der Förderung ihrer Entwicklung einen unverzichtbar wichtigen Beitrag leistet.

Dass der Amateursport aktuell gänzlich stillsteht bedeutet nichts Gutes für die Zukunft der Vereine oder zum Beispiel die Ballsportart Fußball.
Irreparable Schäden im vor Corona gut aufgestellten System des Amateursports führen schon heute zu zahlreichen Schwierigkeiten, die sich dauerhaft auf das Leben unserer Gesellschaft auswirken werden.
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Ein Teufelskreislauf entsteht: Sportler kündigen ihre Mitgliedschaft, weil sie diese nicht in jenem Maß nutzen können, wie es ihnen versprochen wurde und zusteht. In der Folge gehen die Vereine pleite und die Vielfalt des Vereinssports wird über kurz oder lang abnehmen – auch dann, wenn der Ball wieder rollt.


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